OMAS GEGEN RECHTS Essen: Brief zum Neonazi-Aufmarsch

OMAS GEGEN RECHTS Essen: Brief zum Neonazi-Aufmarsch

Wir, die OMAS GEGEN RECHTS Essen, wenden uns anlässlich des angekündigten Neonazi-Aufmarsches am 1. Mai 2026 mit einem offenen Brief an den Essener Polizeipräsidenten Stüve.

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Andreas Stüve,

nach unserer Kenntnis wollen Hunderte von Neonazis der Partei „Die Heimat“ am 1. Mai 2026 in Essen aufmarschieren und einen bundesweiten Aktionstag durchführen. Damit wird unsere Stadt erneut zur Zielscheibe rechtsextremistischer Propaganda.

Im März letzten Jahres ist die Neonazi-Gruppe „Jung und Stark“ (JS) mit martialischem Auftreten und volksverhetzenden Parolen quer durch die Essener Innenstadt marschiert – an einem Samstag zur besten Einkaufszeit auf der besten Meile in Essen. Uns OMAS GEGEN RECHTS und anderen friedlichen Gegendemonstranten wurde damals mit fadenscheinigen Begründungen nicht gestattet, unser Versammlungsrecht ordnungsgemäß auszuüben und in Sicht- und Hörweite zu protestieren.

Aber zufälligen Passanten, Kunden der Essener Geschäfte und sogar Kindern nach einem Kinobesuch wurde zugemutet, dass die Neonazis in der Fußgängerzone direkt an ihnen vorbeimarschieren. Die Bürgerinnen und Bürger hatten gar keine Möglichkeit, sich von solchen verstörenden Bildern und den teils volksverhetzenden Parolen der Neonazis fernzuhalten, weil die Marschroute vorher nicht bekannt gegeben worden war. Viele haben diese Situation damals als sehr bedrohlich empfunden und kritisiert, auch wir OMAS GEGEN RECHTS.
Das darf sich nicht wiederholen!

Seitdem hat sich die Situation hinsichtlich rechtsextremistischer Aktivitäten in Essen noch weiter zugespitzt, insbesondere in Kray, wo „Die Heimat“ regelmäßig Versammlungen von Neonazis abhält. In diesem Zusammenhang ist es auch bereits zu Gewalt und Körperverletzungen gekommen. So haben Ende letzten Jahres Anhänger der Neonazis in Kray als Gruppe in einem Bus anlasslos Bürgerinnen und Bürger angegriffen und verletzt, die auf dem Heimweg von einer friedlichen Gegendemonstration in der Marienstraße waren.

Solche Gewaltausbrüche sind unvorhersehbar und verändern die Rahmenbedingungen für einen erneuten großen Aufmarsch von Neonazis in der Essener Innenstadt. Mit dem Aufruf der „Heimat“ zu einem „bundesweiten Aktionstag“ am 1. Mai werden gewaltbereite Rechtsradikale aus ganz Deutschland erwartet. Klares Ziel dieser Aktion ist es, den traditionellen „Tag der Arbeit“ mit Kundgebungen und Umzügen von Gewerkschaften zu stören und Konfrontationen zu provozieren. Das macht uns Angst.

Wir OMAS GEGEN RECHTS Essen sehen hier eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit durch einen Aufmarsch der Rechtsextremisten am 1. Mai gegeben.
Wir fordern Sie als Polizeipräsidenten dringend auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung, die Gewerkschaften und Gäste unserer Stadt ausreichend zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen
im Namen der OMAS GEGEN RECHTS in Essen

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